Geschichte Ziallerns

Ziallerns

bei Hohenkirchen gilt als eine der am besten erhaltenen Wurtensiedlungen im norddeutschen Küstenbereich. Es wurde bereits 1937 unter Denkmal- und Landschaftsschutz gestellt, so dass die alte Struktur der Wege und Höfe erhalten blieb.
Hier findet sich auch noch die Regenwassersammelstelle, über die jede Wurt verfügte.
Lage

Ziallerns liegt 10 km westlich von Hooksiel und 7 km südlich von der Nordseeküste Ostfrieslands entfernt. Das Dorf gehört zum Kirchspiel Tettens.
Historie

Ziallerns gilt - aufgrund der Namensendung - als chaukische Siedlung. Die ältesten Siedlungsnachweise stammen aus der Zeit um 100 v. Chr., zu dieser Zeit konnten die Menschen noch direkt auf dem Marschenboden siedeln. Die Bewohner waren durch die immer höher aufsteigenden Fluten gezwungen, ihre Häuser auf künstlich aufgeworfenen Hügeln, den Wurten, zu errichten.
Etwa 60.000 Kubikmeter Klei und Stallmist mussten für den rund 5 m hohen Wurtenbau Ziallerns bewegt werden. Die Wurt Ziallerns bot ursprünglich acht Bauernhöfen Platz. Davon sind heute noch 4 Höfe auf der Ostseite zu sehen.
Bis zum 19. Jahrhundert wurden die Höfe der Westseite durch Wohnbauten einer nicht bäuerlichen Bevölkerung ersetzt, so dass die verbliebenen Bauernhöfe durch die kleinen Handwerksbetriebe und Gemischtwarengeschäfte versorgt werden konnten.
Noch im 19. Jahrhundert gab es einen Schmied, eine Brauerei, einen Gastwirt, einen Schuhmacher, Weber und Zimmerleute.
Trotz Denkmal- und Landschaftsschutz ist Ziallerns aber kein Museumsdorf. Alle Häuser mit Ausnahme des Grundstücks Ziallerns Nr. 7 befinden sich in Privatbesitz.
Das Grundstück Ziallerns Nr. 7  mit Dorfgemeinschaftshaus ist öffentlich und frei zugänglich.
Dorfbeschreibung

Das Wurtendorf Ziallerns ist kreisrund gebaut. Das Dorf besteht aus 16 Häusern, ehemals Bauernhöfe und Landarbeiterhäuser. Sie werden heute zum Teil als Ferienhäuser vermietet. Interessant ist, dass die Häuser von Nr. 1 bis Nr. 17 durchnummeriert sind, jedoch die Nr. 13 fehlt.
Eine äußere Ringstraße zieht sich um die ganze Wurt. Dazu konzentrisch verläuft ein innerer Weg um die Wurtmitte. Mehrere meist schmale Wege verlaufen radial von der Wurtmitte zum Wurtfuß. Sie setzen sich zum Teil in den Feldwegen der Flur fort.
Auf der Wurt ist noch eine ehemalige Süßwasserstelle erhalten. Früher wurde hieraus das Trinkwasser geschöpft. Die direkt neben dem Informationszentrum gelegene Süßwasserstelle diente dem gesamten Dorf als Quelle für das kostbare Trinkwasser. Heute ist es ein schöner Dorfteich mit Pflanzen und Tieren.

Informationszentrum im Haus Ziallerns Nr. 7

Das Informationszentrum von Ziallerns befindet sich im ehemaligen Landarbeiterhaus Garlichs. Das kulturhistorisch wertvolle Haus, das ca. 1800 erbaut worden sein soll, wurde zu einem Dorfmuseum umgestaltet.
Die Informationsausstellung dokumentiert anhand von Karten, Skizzen, Zeichnungen und historischen Fotos die Entstehung des Ortes Ziallerns sowie die Besiedlungsgeschichte des Wangerlandes.